Sonntag, 11. Mai 2014

Ich geh zu Mr. Darcy


Ich habe gerade überlegt, wie ich die letzte Woche nennen würde, und ich fand sie irgendwie schwammig. Das liegt vielleicht am launischen Wetter oder einer verwirrenden Erdkunde-Klausur, ich weiß es nicht, aber die durcheinander gewürfelten Fotos zeugen wohl ohnehin von einer gewissen Planlosigkeit.
Ziemlich viel Zeit hab ich bloß still in der Sofa-Ecke verbracht – ich habe manchmal das Gefühl, ich müsste diesen und jenen Klassiker einfach gelesen haben. Kennt ihr das auch, diese eine Beschäftigung, die man immer erweitern muss, ganz viel probieren und kennen lernen? Bei mir sind das vorrangig Bücher, obwohl ich bei »Dorian Gray« hätte merken sollen, dass nicht alles so toll ist, wie man meint. »Vom Winde verweht« ist auch nicht übermäßig spannend und »Notre-Dame von Paris«, das ich gerade hinter mir habe, ist stellenweise wirklich nicht meins. Wer sich aber für 25 Seiten »Von Baustil A zu Baustil B und Paris von oben mit ganz vielen Metaphern und unglaublich detaillierten Beschreibungen« interessiert, dem kann ich es nur empfehlen. Zwischendurch muss er sich halt ab und an mit der eigentlichen Handlung rumschlagen, soll vorkommen.

Was ich aber schön fand, war »Stolz und Vorurteil«. Ich war ja skeptisch, aber nein, wirklich wunderbar, mit erträglichen Schachtelsätzen und einem absolut furchterregenden Mr. Collins. Ahhh, Mr. Collins! So einen kenne ich in echt, wir nennen ihn im Geheimen immer so und freuen uns diebisch, wenn da »1 neue Nachricht von Mr. Collins« steht.


Ein kleiner Einschnitt war heute das Konzert eines Mädchenchors aus Finnland, Helsinki. Wir waren letztes Jahr dort auf Chorreise und jetzt sind sie in Deutschland und waren für einen Tag bei uns in der Stadt. Ich hab mit einer lieben Bekannten eine Stadtführung gemacht, aber das war ein ziemlicher Reinfall. Wir hatten so wenig Zeit, dann fing es an, zu regnen, und 50 Mädchen etwas zuzuschreien ist doch eher kompliziert. Hinterher war es übrigens sehr sonnig und schön.
Wir haben nach dem Konzert noch mit ihnen gegessen und geplaudert, und ich war ziemlich überrascht, dass sie nur einmal die Woche proben. Wir treffen uns zweimal und sind lange nicht so gut (was ich absolut nicht auf unsere faulen Männer schieben möchte, niemals!). Und im Übrigen haben wir uns noch bestätigen lassen, dass die deutsche Sprache wohl wirklich aggressiv klingt, während finnisch so »Remm-dedede-demm« ist.

Ich glaube, das Ende bleibt genau so schwammig. Vielleicht gehe ich besser Bio lernen, denn so, wie ich meine Lehrerin kenne, wird die Klausur genau das Gegenteil. 
Habt noch einen schönen Sonntag!

»Rotdorn meiner Kinderjahre« - blüht. Ja, das sind die heimischen Bäume und Dichter.

Kommentare:

  1. Also das mit "Vom Winde verweht" möcht ich aber nicht gehört haben, ich hab die Geschichte verschlungen! <3
    Aber du hast Recht, von manchen Klassikern sollte man wirklich die Finger lassen, auch wenn 'jeder' sie gelesen haben muss ;)

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    1. Verglichen mit anderen Klassikern fand ich es wahrscheinlich auch noch in Ordnung, aber ich glaube, ich war da einfach absolut in einer anti-Romantik-Phase... :D

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  2. Mal wieder ein toller Beitrag&schöne Fotos:)
    Ich finde den Film (Stolz und Vorurteil) toll, das Buch habe ich nicht gelesen.Ich habe mal "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" versucht.Aber ich bin daran gescheitert, genau wie am Film, ich konnte einfach nichts damit anfangen.Vielleicht in ein paar Jahren...und Vom Winde verweht ist ein grandioser Film&eine ebenso grandiose Vorlage:) ...ach, verschieben wir`s auf morgen...
    bis bald, Silver

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