Samstag, 14. Juni 2014

So, who am I?


Ganz und gar man selbst zu sein, kann schon einigen Mut erfordern.
Sophia Loren


Ich glaube, von Zeit zu Zeit muss man sich daran erinnern, wer man ist. Es passiert so schnell, dass man abgelenkt wird und andere Dinge tut.

Das, was alle anderen tuen.
Das, was man genau so machen möchte, wie jemand anderes es schon getan hat.
Neues, das man nicht loslassen will.


Es ist so schwer geworden, man selbst zu sein, wenn man in den Medien die ganze Welt vor sich ausgebreitet sieht, mit Ideen und Inspiration und vielen kleinen funkelnden Ecken, die einen einladen und überzeugen wollen. Das zieht man diese Saison an, das machen alle in ihrer Freizeit, die App benutzt gerade jeder.
Und dann überlegt man. Ich sehe gerade überall Crop Tops, sollte ich vielleicht auch mal schauen, ob mir das steht? Könnte ich mal wieder mit meinen Freunden feiern gehen? Warum reden wieder alle über Snapchat?

Und dann gibt es die, die ganz genau so leben; und die, die alles anders machen, panisch individuell sind und dabei ihr Ziel verfehlen.
Klischees und invertierte Klischees.


Aber das bin ich nicht. Das ist nicht mein Kleidungs-Stil, mein Speicherplatz ist auch so voll genug, und überhaupt, wer sagt denn, dass man immer feiern gehen muss? Wer sagt denn, dass ich ein typischer geselliger Teenager bin, immer in einer kichernden Mädchenclique unterwegs auf der Suche nach irgendwelchen gut aussehenden Jungs, angetrunken, vergnügungssüchtig, kein bisschen vorausschauend?

Ich mag es, die Jalousien runter zu lassen und mich allein in meiner Hochbett-Höhle zu verkriechen. Ich mag es, einen langen Roman in einem Zug durchzulesen, englische Bücher zu kaufen und sie ohne Wörterbuch zu verstehen. Ich mag es, selbst zu schreiben, Fotos zu machen und zu bearbeiten, ich mag meinen Gesang und meinen Blog und noch so viel mehr.

Ich bin froh, dass ich Freunde gefunden habe, die das verstehen, die begeistert davon sind, sich meine Texte und Bilder ansehen und zum Teil auch mit mir durch diese Welt wandern.

Aber ich bin vor allem froh, dass ich mich immer wieder selbst finde. Manchmal braucht man ein bisschen Zeit, um alles abzustreifen, was sich um einen herum angesammelt hat, damit man sehen kann, was sich unter all diesen fremden Hüllen verbirgt. Bis null runterzählen, alles auf Anfang setzen und barfuß einen großen Schritt wagen, um zu spüren, welcher Weg sich unter den bloßen Sohlen am besten anfühlt.


Ich stehe zu mir und dem, was ich bin.
Ich mag mein Gesicht frontal nicht, ich hätte das Bild weglassen können. Oder ich hätte mein rechtes Auge mit ein paar Klicks spiegeln und über das linke legen können, vielleicht alles noch ein wenig aufhellen, die Augen intensiver machen, die Wimpern dunkler.

Aber das bin ich, das ist ein Teil von mir. Mein Auge sah zu dem Zeitpunkt so aus und meine Wimperntusche trocknet schon seit einer Weile vor sich hin und wird nur zu besonderen Anlässen heraus gekramt.

Es gibt nichts, wovor man sich verstecken muss, solange man weiß, wer man ist und wo man hin will.


Kommentare:

  1. Wow der Post hat mich sehr beeindruckt... Du schreibst so schöne Texte und es ist ja alles so wahr. Die Bilder dazu passen auch perfekt, die strahlen so eine Reinheit aus :)
    Ich muss sagen, dass ich vielleicht auch nicht immer der typische Teenager bin. Ich bin auch ganz gerne mal alleine mit meinen Gedanken oder einem guten Buch. Das tut gut, dann ist man befreit von allem, dann wird man nicht unter Druck gesetzt. Alle haben jetzt das und das, vielleicht brauch ich das auch? Ich glaube du verstehst was ich damit meine, Texte schreiben ist nicht so mein ding :D

    Liebe Grüße ♡

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen vielen Dank! :)
      Ich glaube, es geht den meisten so, dass sie nicht wirklich diesem Klischee entsprechen, und gerade deswegen ist es schade, dass es immer noch existiert. Ich verstehe gar nicht, wie man so viele junge Menschen, die sich gerade entwickeln, einfach in die Schublade asoziale Jugend stecken kann, obwohl sie so unterschiedlich sind...
      Ich habe das Beispiel gewählt, weil es so offensichtlich ist, aber es gibt so viele andere kleine Details, in denen man sich selbst finden muss.

      Löschen
  2. Das hast du echt super beschrieben, ich habe darüber mal ein Video gemacht, so entfernt in die gleiche Richtung.
    Finde es aber generell schwer sich selbst treu zu bleiben oder überhaupt zu wissen wer genau man ist, wenn ich ein Buch gelesen habe und mich eine Charakterin schwer beeindruckt versuche ich ganz leicht zu sein wie sie, was dann aber eh irgendwann wieder aufhört, der Geschmack ändert sich auch immer wieder also vielleicht ist man nie lange die selbe Person .. ach schwer zu sagen.
    Ich muss aber mal sagen, dass ich nicht finde dass man heutzutage heraussticht wenn man ein Buch liest, alleine ist oder lieber zu Hause bleibt anstatt feiern zu gehen ehrlich gesagt habe ich bis jetzt sogar mehr Jugendliche gesehen oder von gelesen die zur Art gehören die zu Hause bleiben als die die feiern gehen. Sieht man zum Beispiel allein am Kommentar darüber, deswegen denke ich nicht es gibt die typischen und die untypischen, es gibt einfach jeden einzelnen, individuellen & man sollte generell nicht die eine Gruppe runter machen (ich will jetzt nicht sagen, dass du das getan hast!) ich lese nur oft dass dann die Klischee "Feiern-gehen-Gruppe" runtergemacht wird und die "Zu-Hause-bleiben-Gruppe" hochgelobt wird, so wie es jeder individuell für sich mag ist es gut und wenn die Lust haben sich zu besaufen oder einfach nur tanzen zu gehen dann sollen sie! :)
    Insgesamt aber sind die Fotos auch wirklich genial und passend dazu und du siehst dort wirklich schön aus! Sogar mit Dutt obwohl du dich früher geweigert hast deine Haare immer irgendwie zusammen zu machen :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Daaanke für den langen Kommentar! :)
      Ja, ich finde es auch schwer, aber in letzter Zeit denke ich öfter darüber nach. Du kennst doch bestimmt auch Divergent, oder? Ich lese das gerade, und Tris ist mir ziemlich sympathisch, aber ich weiß genau, dass ich das nicht so wirklich bin.^^
      Ich hab gerade nochmal drüber nachgedacht; es stimmt, was du sagst, und ich glaube, ich könnte es eigentlich auch andersrum schreiben. Dass ich nicht nur die bin, die stundenlang am Blog-HTML bastelt, Romane schreibt, die traurigerweise nie veröffentlicht werden und mit ihrer Kamera fragwürdige Selbstportäts schießt und dann melancholische Texte darüber schreibt. Ich mag unsere etwas versifften Partys in Gildenhall und die ausgelassene Stimmung und wenn man sich mit seinen Freunden einen Hugo teilt. Oder wenn man nach dem Verabschieden eine Viertelstunde länger bleibt, weil gerade so coole Musik kommt und dann zu fünft den ganzen Raum ausfüllt beim Tanzen, weil schon fast alle weg sind.
      Aber irgendwie kam es mir andersrum eher in den Kopf, wegen dieses blöden asoziale Jugend-Klischees. Das ist doch auch ein Teil davon, den Klischees entfliehen...?

      Und im Sommer muss man Maßnahmen gegen die Hitze ergreifen, ein Dutt bietet sich so gut an.^^ Aber damit kann ich inzwischen auch leben (selbst wenn ich manchmal plötzlich das Bedürfnis verspüre, alles aufzulösen, weil Ich brauch meine Haare jetzt! :D)

      Löschen
    2. Kein Problem bei sowas schreibe ich gerne laange Kommentare :D
      Ja ich hatte damals in Englisch das Buch vorgestellt, finde die Trilogie echt gut besonders auch bei dem Thema. Wenn man überlegt in welche Fraktion man gehört kommt man nie auf eine volle Antwort man ist von jedem ein bisschen, man ist halt nie nur ein ganzes sondern von allem ein bisschen und vielleicht von etwas auch weniger, ganz individuell halt (wird glaube ich noch mein Lieblingswort :D)
      Siehst du und genau das wird uns heutezutage aber verklickert, es gibt immer nur diese eine Gruppe und die ist goil und du gehörst auch nur zu einer! Wenn man genauer drüber nachdenkt, so wie du gerade merkt man aber dass man mal das mal das ist hach ja das Thema lässt sich stundenlang noch diskutieren ^^

      Löschen
    3. Stiiimmt, das warst du! Ich wusste nur noch, dass es vorgestellt wurde und am Anfang niemand das mit den factions so wirklich kapiert hat.^^ Ich habe vorhin das Ende gelesen und manchmal hasse ich Autoren dafür, dass sie ihre Botschaft so drastisch rüber bringen müssen. Nicht immer, The Fault in our Stars ist wunderbar, aber die Trilogie ist mir jetzt wegen der letzten 30 Seiten unsympathisch geworden, obwohl ich es so gut fand!
      Ich glaube, das ist wirklich so unglaublich viel... Aber ich hab drüber nachgedacht und jetzt hast du drüber nachgedacht - und irgendwie ist das gut. :D Ich glaube, Leute zum Nachdenken bringen ist wichtiger als das, was wir so in der Schule lernen, wir sollten mal... und da hört es auf, weil die Party-Klischee-Gruppe bestimmt ungern ein Projekt über etwas macht, was sie interessiert. Mehr als aus Wikipedia rauskopieren wäre ja gemein.

      Löschen
    4. Hast du den letzten Band zu Ende gelesen? Oder erst den 1.? :D
      & ja irgendwie hat Frau Hartung das nicht verstanden dann musste ich das so oft erklären, dass niemand mehr durchgesehen hat! :D
      Ja stimmt ich meine das ist schon mal ein Fortschritt besser als wenn man nicht darüber nachdenkt!
      Ich sehe Klischees, so viele Klischees! :D

      Löschen
    5. Den letzten Band. Aaah, wie kann sie nur?! Es wäre so schön gewesen, und dann sind 'se alle tot.

      Löschen
    6. Wobei ich finde der Grund warum sie das getan hat passte einfach zu ihr, mir gefällt das Ende, da bin ich bestimmt die einzige :D

      Löschen
  3. schön geschrieben :) Recht hast du!
    Man sollte alles ausprobieren und danach nur die Sachen zu wiederholen hinter die man auch wirklich steht und bei denen man sich wohlfühlt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir! :) Und der Ansatz ist wirklich wunderbar, man muss einfach erleben, was funktioniert.

      Löschen
  4. Das ist ein wundervoller tiefsinniger Post, der zum Nachdenken anregt. Supertoll untermalt mit den genialen, puristischen Bildern.

    Liebst Minnja

    AntwortenLöschen
  5. Das hast du sehr schön geschrieben und die Bilder sind wunderschön. Du siehst so natürlich schön aus!

    Nein, ich glaube wir besuchen kein Musical weil das leider doch immer sehr viel Geld kostet. Draußen regnet es gerade und ich lese deinen Kommentar. Dass du nach Rom und Paris gehst macht mich schon ein wenig neidisch, hier in dem kalten Deutschland :)
    Haha :D Ich wünsche dir schon im Vorraus sehr viel Spaß!
    Alles Liebe, Salo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön! ♥
      Ich kann es irgendwie selbst kaum fassen, wie viel ich dieses Jahr reise... Das ist gar nicht mehr normal, diese Capital-Tour. :D Aber Deutschland wird ja auch immer wärmer, ich sehne mich bestimmt sehr schnell nach einer ordentlich gemäßigten Klimazone, wenn ich nahe der Subtropen rumdümpele.

      Löschen
  6. Klasse Post:)
    Also, ich habe auch Snapchat, ist lustig.
    Aber, du hast schon recht, es ist nicht einfach "man selbst" zu sein.Wenn man das überhaupt weiß.
    Lustig finde ich einige Mädchen bei uns, total "in", haben alles, was gerade angesagt ist, rauchen(weil es cool ist, trinken, weil es erwachsen wirken soll) und quatschen rum, sie seien total anders als andere, sowas finde ich so albern.Dann wenigstens dazu stehen.
    Ich mag auch Mode, muss aber nicht alles mitmachen.
    Deine Bilder sind toll, pur und schön.
    Manchmal erkenne ich so einige auf Profilbildern garnicht weil die tausendfach bearbeitet wurden:)
    Naja , ich schau mal weiter!
    Liebe Grüße, Flu♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich freu mich über deine Gedanken dazu! :)
      Das finde ich auch am allerschönsten: die ganz Individuellen, die ganz genau so sind, wie es sogar eine 70-jährige Rentnerin vermuten würde. Rrrrichtig! -.-
      Ganz unbearbeitet sind die auch nicht, aber vielen Dank! Das dritte habe ich zum Beispiel warm gehalten, das vierte heller gemacht, das fünfte ein wenig kontrastreicher. Aber ich denke mal, es ist nicht so krass wie bei manchen Bildern - ich neige schon dazu, gewisse Freunde bei facebook nicht mehr zu abonnieren, um mir das nicht anschauen zu müssen.

      Löschen