Mittwoch, 10. Juni 2015

In Amsterdam gibt es viele Second Hand Shops.


Etappe 1, Lüneburg, hatten wir hinter uns gelassen und so steuerten wir am Sonntag in unserem feschen Doppeldeckerbus Amsterdam an. Wir schafften es zumindest teilweise, unser Recht als autoritäre Abiturienten durchzusetzen und die Sitzplätze vor dem Panoramefenster zu ergattern, obwohl verregnete Autobahnen auch ganz vorne nicht unbedingt an Reiz gewinnen.



Abgesehen von den Jungs, von denen ich nicht wissen will, was für Obstläden sie in der ersten Nacht bereits aufgesucht hatte, fielen wir alle wie reife, etwas durchnässte Äpfel in unsere Bettchen.

Das Wetter ließ uns wirklich ziemlich im Stich. Von wegen Juni, es fühlte sich an wie Anfang April.


Bei der Grachtenfahrt – wir sind Touristen, das war zu erwarten – blieb es wenigstens trocken und wir konnten unbekümmert hinten im Freien sitzen und den anderen Touristen winken.



Oder auch nicht winken.



Sondern verwehte Selfies machen.


Oder, wie es sich auf einem Bötchen gehört, Pfeife rauchen.



Im Rijksmuseum hatten wir viel zu wenig Zeit, um all die Gemälde und anderen Ausstellungsstücke zu bestaunen. Daraus lernt man, dass man seine Tasche nicht zusammen mit denen von Neuntklässlern abschließen sollte, die für sowas noch viel zu cool sind und schon nach zwanzig Minuten das Weite suchen wollen. Oder mit anderen Leuten, die nach zwanzig Minuten die Obstläden vermissen.



Wir waren dafür ziemlich aus dem Häuschen, als wir Emma fanden; das Mädchen auf dem Kakkmaddafakka-Album »Six Months Is A Long Time«! Es ist schon wieder anderthalb Jahre her, dass wir auf dem Konzert dieser norwegischen Indieband waren, aber die Kerlchen sind einfach fabelhaft.


Findet ihr alte Bibliotheken auch so magisch?
Ich liebe die Stille, den Geruch, die ganze Atmosphäre. Auch wenn ich sie ein bisschen schief und weniger zauberhaft fotografiert habe.




Die darauf folgende Freizeit wurde für's Durchstöbern kleiner Gässchen und Second Hand Shops verwendet. Mit Mädels und Hannes, weil der gute Junge keine Lust hatte, den ganzen Tag in den Obstläden zu verbringen – hätte er nur gewusst, dass 'Episode' fast genauso schlimm ist, nur nicht ganz so heiter!
Mein Sinn für den ganz besonders individuellen Kleidungsstil ist irgendwie verloren gegangen, ich schaffe es auch, nach Besuchen in zehn verschiedene verrückte Läden mit schlichten abgerissenen Shorts und einem schlichten Faltenrock wegzukommen. Ich bin eben so'n H&M-Kind.


Dafür haben wir uns auch mal eine halbe Stunde an einen der vielen Kanäle gesetzt, immer noch Touristen gewunken und dem Wasser beim Glitzern zugeschaut. Das Bild ist übrigens kolossal umgefärbt weil ... braunes Wasser hat halt nicht so viel Charme.



Abendliches Desaster: wir fanden kein geeignetes Restaurant. Ulli und ich waren am Verhungern und Hannes meckerte über die Sushi-Pläne, ehe wir schlussendlich mit knurrenden Mägen Vapiano stürmten. Dafür muss man ja auch nach Amsterdam, nicht dass es das in Berlin gäbe.


Nächster Tag: Second Hand Shops in niedlichen Gässchen. Hannes hatte bereits die Flucht ergriffen.


Ich kam tapfer mit und bestaunte wenigstens die Inneneinrichtung. Es sollte mehr Läden geben, in denen das obere Stockwerk aussieht wie ein Wohnzimmer auf zehn Quadratmetern mit Kleiderstange.

Außerdem durften wir noch ein fabulöses Opernhaus besichtigen. Das mit den Konzerten hatte irgendwie nicht geklappt in Amsterdam, aber da wir in Lüneburg mit fünf Auftritten ja schon einen guten Schnitt erreicht hatten, beschränkte sich der musikalische Teil auf dieses Gebäude. Während uns noch erzählt wurde, dass sich auf dem Dachboden zur Zeit des Zweiten Weltkriegs Juden versteckt hatten, während unter ihnen eine Nazi-Sitzung abgehalten wurde (dieses Gefühl muss furchtbar sein! Ich hätte bestimmt geheult vor Angst!), gingen zwei Jungs verloren, die zu viel Obst konsumiert hatten und einfach irgendwo sitzen geblieben waren. Dann kamen noch zwei von der Bande, der eine frisch tätowiert – ich fürchte, unser Guide mochte uns irgendwann nicht mehr.

Als es wieder zu nieseln anfing, flüchteten wir in ein halb unterirdisches Café und irgendwie war es verdammt gemütlich, so abgeschnitten von der Außenwelt in einer Ecke zu sitzen, nur ein bisschen Dächer und Himmel zu sehen und sich Roibusch über den Pullover zu kippen ...

Irgendwann fanden wir uns im Hotel ein und bedankten uns im Stillen bei jener Lüneburger Gemeinde, die uns quasi als Dank für Alleluia und May the road rise den Pizzaservice spendiert hatten.
Leider mit einer Stunde Verspätung, sodass das kleine Grüppchen, dass noch zum Jazz-Konzert trippelte, zu spät kam und nur noch dieses Trio erwischte:


Das war so eine Sache ...
Ich fand den Pianisten toll.
Der Typ am Kontrabass hat genial gespielt.
Der Schlagzeuger hatte sein Instrument absolut unter Kontrolle.
Einzeln. Aber alle zusammen? Immer, wenn ich dachte, ich würde was verstehen, hat das Schlagzeug mir absolut unverständliche Rhythmen reingehauen und dann war's wieder vorbei. Aber sonst waren die meisten begeistert, ich bin wohl einfach ein Amateur.


Und das war es schon mit Amsterdam.
Auf der Rückfahrt war das Wetter natürlich wieder fabelhaft. Wir haben den ersten Teil verschlafen und wozu bin ich aufgewacht? »Amsterdam« von Daughter.


Ulli und ich absolvierten den jährlichen Gang zu McDonald's (nächstes Mal 2016) und hatten danach ein furchtbar schlechtes Gewissen. Ich habe gestrickt. Und gelesen. (Mir fällt gerade auf, dass ich das Buch noch gar nicht durch habe, obwohl ich inzwischen schon ein neues Quartett und parallel noch einen Austen-Roman angefangen habe. Lest ihr auch manchmal drei Bücher auf einmal?) Und Schuh-Fotos gemacht. Alles Revue passieren lassen.


Ich kann noch gar nicht richtig begreifen, dass das ein weiterer Schritt gen Ende war, zumal ich gestern schon wieder den halben Tag mit Singen verbracht habe und neben mir die Arie liegt, mit der wir uns in der Probe so kläglich blamieren durften. Aber das war die letzte Reise. Nie wieder als verschüchterte Zwölfjährige Glühwürmchen jagen vor einer Mall in den USA, kein Wise Guys-Konzert beim Chorfestival, nix mit finnischem Sauna-Idyll und Konzerten in Hightechschulen, nie mehr spontane Gesangseinlagen in Prag.

Es ist nicht so, dass ich sämtliche Sänger im Einzelnen furchtbar lieb habe und es kaum aushalte, sie alle nicht mehr zu sehen – um ehrlich zu sein verwechsele ich sogar die Namen der Achtklässlerinnen im Alt, tut mir leid. Es gibt auch andere Chöre, die wunderbare Literatur singen, nach Südafrika reisen und wo ich furchtbar viel Spaß haben könnte, aber diese fünf Jahre machen einen ziemlich wichtigen Teil meines Lebens am Gymnasium aus. Von einem schüchternen kleinen Mädchen im Alt, das nicht mal seine eigene Stimme hört zu einer Sopranistin, die nicht unbedingt in den höchsten Tönen trillert, aber ihre Stimme auch allein halten kann und Spaß daran hat. Das ist eine kleine Portion Selbstvertrauen. Ich kann singen. Seit fünf Jahren übe ich das zwei Mal die Woche und es ist anstrengend, nervig, ziemlich komisch und wunderbar.

Ich bin verdammt froh, dass ich mein elfjähriges Ich dazu gezwungen habe, vorzusingen; mir wäre so viel entgangen.

Kommentare:

  1. Wow, so wie du das erzählst will ich auch direkt dahin...schade nur, dass die nächsten Ferien erst in acht Wochen sind und ich selbst dann nicht hinkann. Auf jeden Fall ein wunderschöner Post, so wie jeder deiner Einträge. Es macht richtig Spaß deinen Blog zu durchstöbern. :$
    Liebe Grüße, Franzi :)

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    1. Freut mich, dass ich ein bisschen Neugier wecken konnte - irgendwann schaffst du es bestimmt mal nach Holland, und abgesehen davon wünsche ich dir schöne Ferien!
      Vielen lieben Dank! :)

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  2. Oh wie cool ich möcht auch unbedingt mal nach Amsterdam und Obstläden besuchen haha :D richtig süß deine Beschreibung ;) mag deinen Schreibstil, da habt ihr wirklich was erlebt und eine schöne Zeit gehabt. Ich war nie so der Gruppentyp und in einem Verein oder Chor whatever, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es nicht leicht ist nach so einer langen Zeit getrennte Wege zu gehen.

    Liebe Grüße :)

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    1. Ein bisschen mehr Vitamine zu sich nehmen und glücklich werden, ne? :D Das haben die Jungs so im Chortagebuch verewigt, wir wollen ja keine schlimmen Sachen niederschreiben!
      Vielen Dank! Ich glaube, es ist wirklich mehr der Chor an sich, die Routine, die vielen Erlebnisse, das werde ich vermissen ... die Besetzung wechselt ja ohnehin dauernd.

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  3. ein wunderbarer reisebericht! :) und diese alte bibliothek sieht nach vielen geheimnissen aus.

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    1. Dankeschön!
      Ich fand vor allem diese Wendeltreppe im hinteren Bereich wunderschön, die Bibliothek hatte wirklich ihren Charme.

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  4. Amsterdam ist so eine wunderschöne Stadt! Ich war letzten Sommer auch dort für nur leider zwei Tage, ich hoffe ich habe demnächst mal wieder die Möglichkeit dort hinzureisen. :)

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    1. Finde ich auch, ganz anders als zum Beispiel Berlin - da mag ich es auch, aber an kleinen, autofreien Gassen und Kanälen mangelt es. Ich hoffe, ich komme auch noch mal hin. :)

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  5. du hast wirklich einen tollen schreibstil! es macht total spass zu lesen ♥ klingt nach einem wirklich tollen erlebnis! und die fotos sind auch super schön ♥
    liebst, josie

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    1. Vielen lieben Dank! <3 Es war auch wunder, wunderschön!

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  6. Die Bibliothek sieht richtig toll aus, wie aus Harry Potter:) Und Amsterdam sieht auch sehr interessant aus, ich will auch:/
    Du hast bestimmt ganz viele schöne Dinge auf deinen Chorreisen erlebt, das finde ich echt klasse und freut mich für dich:)
    Und hey-Daughter<3
    Alles Liebe, Flu

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    1. Stimmt, die Bibliothek in Harry Potter war auch total schön ... habe ich lang nicht mehr geschaut, mir geht es auf die Nerven, dass der Hype einfach nie aufhört. :D
      Ich hoffe, du kommst irgendwann mal hin, es ist einfach eine wunderhübsche Hauptstadt, nicht so eine Riesenmetropole ...
      Ich liebe Daughter! Auch wenn viele Lieder ein bisschen ähnlich sind, aber dafür sind sie auch alle toll!

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  7. Haha...toller Trip :D und sehr witziger Text mit tollen Fotos

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    1. Absolut! Vielen Dank, manchmal mache ich mir schon Sorgen, dass es nicht halb so witzig ist, wie ich hoffe. :D

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  8. Die Bilder sind echt schön und auch witzig :) Klingt so, als hattet ihr ganz viel Spaß!
    Leider war ich noch nie in Amsterdam, aber ich glaube, dass es ne sehr schöne Stadt ist.

    Alles Liebe,
    Very

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    1. Vielen lieben Dank - hatten wir! :)
      Ich hoffe, du hast irgendwann mal die Chance, hinzureisen, es ist so sehenswert! Aber bei uns war der Weg glücklicherweise auch nicht allzu lang, wir konnten immerhin aus dem Norden starten.

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  9. Alles, alles wirklich tolle Eindrücke! Ich liebe Amsterdam und war einfach viel z lange nicht mehr in dieser tollen Stadt! Eine meiner besten Freundinnen war auch erst vor kurzem und liegt mir mit sämtlichen Schwärmereien andauernd in den Ohren. Mir gefallen vor allem die Eindrücke von Kunst, aber auch die schönen Kanalbilder. Das Vorsingen hat sich da wirklich sowas von gelohnt! Danke für die lieben Worte. Auf Wien darfst du dich wirklich freuen!

    Allerbeste Grüße :)

    http://mtrjschk.blogspot.de/

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    1. Danke dir! Ich wette, ich werde die nächste Zeit auch dauernd davon schwärmen (also; ich tue es schon. Vor allem hier.)
      Ich kann's nicht lassen, in Museen zu fotografieren, obwohl man sich vieles eh nicht mehr ansieht ... aber die vielen Kanäle waren wirklich bezaubernd.

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  10. Ein toller Bericht! Ich mag deine lebendigen Berichte ja immer ganz gerne! Besonders schön finde ich die Bibliothek. Und Second-Hand-Shoppen ist dann auch nicht wirklich was für meinen Geschmack :D
    Ist ja cool dass du auch joggen gehst! Also der Post für Jogganfänger würde mich echt interessieren :p
    Alles Liebe, Salo

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    1. Vielen Dank! :) Ich glaube, ich muss aufpassen, dass die Mischung stimmt, aber jetzt ist erst mal wieder Lebensphilosophie dran.
      Da ist einfach alles immer so ausgefallen! Ich würde mir ganz komisch vorkommen, für sowas fehlt mit außerdem die Kombinationsgabe. :D
      Ich schau erst mal, ob ich es überhaupt durchhalte mit dem Joggen. Dann kann ich mir eine ordentliche Laufhose kaufen. Und dann mach ich einen Post! :D

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  11. Wow, super Bilder :)
    Muss dir gleich mal folgen. :3
    Alles Liebe.♥
    one-day-we-will-laugh-about-that.blogspot.de

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  12. Und danke übrigens noch für den süßen Kommentar :) :*

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  13. Ich war auch erst in Amsterdam.. und bin immer noch beeindruckt. ♥
    Eine ganz tolle, sehenswerte Stadt. :)

    Dir einen schönen Samstag. ♥
    Selly
    von SellysSecrets

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    1. Bin ich ebenfalls, es ist so schön, mal durch eine kleine Hauptstadt zu stöbern und die vielen Kanäle und Brücken sind wundervoll. Und ich bewundere den Radverkehr, sowas bräuchten wir auch - wäre so viel gesünder und einfacher!

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  14. Hilfe, ich komme nicht ganz hinterher^^
    Wundertolle Eindrücke und Bilder und dein elfjähriges Ich hat wirklich alles richtig gemacht.
    Was ein einziger Buchstabe für eine verheerende Wirkung haben kann..Ein Pfeifchen auf einem *Brötchen*?
    Ach nee, doch nicht.
    Amsterdam habe ich gar nicht so toll in Erinnerung, hatte aber auch keine Zeit. Ich mag eure Truppe, ihr seid einfach super sympathisch und wie du so schreibst, vermittelst du einem das Gefühl, mitten drin gewesen zu sein. Nicht nur dabei. Mitten drin^^
    Wunderbar wie immer Mara!
    Deine Silver^^

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    1. 'Tschuldigung. Ich hab grad so viel Bildmaterial. ^^
      Ich hab mit elf zwar auch viel falsch gemacht ... zum Beispiel kleidungsstilmäßig ... aber das war wirklich gut.
      Ich habe gerade nur die erste Zeile gelesen und sofort schockiert hoch gescrollt, weil ich dachte, ich hätte wirklich "Brötchen" geschrieben! Erschreck mich doch nicht so, Silver!
      Wir hatten eigentlich auch nur zwei Tage, aber ich fand's trotzdem verdammt fabelhaft. Wahrscheinlich kommt's auch immer ziemlich drauf an, wo man sich so rumtreibt - ich erinnere mich noch an ein paar Orte, die mir unter anderen Umständen bestimmt besser gefallen hätten, Schottland zum Beispiel.
      Das wäre auch schön, dich mal mitzuschleppen. Aber wir nehmen ja eh bald die Fähre nach Norwegen, jetzt, wo ich sagen kann, dass ich gerne Pfifferlinge und Erdbeeren pflücke; optimale Bedingungen! <3

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  15. Hört sich nach richtig viel Spaß an, ein toller Artikel! Ich werde in circa einem Monat auch in Amsterdam sein und freu mich schon riesig auf die Stadt (nach deinem Post noch mehr haha :D). Finde es auch richtig cool zu lesen, was ihr alles erlebt habt - eure Gruppe wirkt mega sympathisch und als könnte man mit ihnen viel Spaß haben :D
    Ganz liebe Grüße!

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    1. Vielen lieben Dank, das war es! :)
      Ich wünsch dir genau so viel Spaß wie wir hatten - mit den richtigen Leuten kann es doch eigentlich sowieso nur toll werden! Und bestimmt habt ihr dann auch supertolles Wetter und nicht so Märzlaunen, ich hoffe, ich sehe bei dir noch ein paar Fotos von Amsterdam im prallen Sonnenlicht. :D

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  16. /dieses Zeichen zeigt Mühen, voller Hoffnung und voller Lügen/

    Wenn ich mir das so durchlese, dann kommen mir ungehindert alle Tränen. Es tut sehr weh zu wissen, das eure letzte Fahrt
    vorüber ist. Es ist wie ein Schatten, welcher sich langsam über die Vergangenheit legt, und sie hinab in die Tiefe zwingt, wo man nun um die letzte Erinnerung ringt.
    Ein Zeichen ist nicht ein Symbol. Ein Symbol steht für etwas; ein Zeichen ist etwas. Diese Bilder lassen die ganze Trauer für einen kleinen Moment ertragen, bevor sie Gedanken wecken, plagen, und mich eine Reise machen lassen in Tage, in denen ich es nie gewagt habe.
    Du schreibst wunderbare Dinge in diesem Blog. Allerdings zu lesen, dass es bald vorbei ist, drückt jede schöne Zukunft in den Abgrund. Amsterdam war offensichtlich wunderbar. Jedoch, es scheint, als würde die Zeit einem die Zeit rauben. Aber das ist nur eine Illusion derer, die vergessen haben zu leben. Dieser Blog ist die letzte Verbindung zur 'Vergessenen Welt'.
    Behalte ihn bei, denn es ist wie ein Tagebuch.
    Denke, du gehörst auf ein Stück des Kuchens 'Märkischer Jugendchor', wie ich es bin, und ohne dieses Stück, schmeckt er nicht wie 'damals'.

    /Finden wirst du mich nicht, sprechen wirst du mit mir nicht. Ich habe es nicht verdient. Wenn es etwas gibt, was ich in höchsten Ebenen verachte, dann ist es meine Situation.
    Deine Suche wird nicht erfolgreich sein, aber Vermutungen sind frei. Möglicherweise erkennst du mich an irgendwas, dieser Text hilft dazu im Mondesschein. Ist deine Entscheidung gefallen, werde ich Antworten./

    Ich sage damals, weil ich an das glaube, das andere längst verdrängt haben, das fühle, was andere nicht spüren, und das sehe, was niemand sieht. Die Augen verraten jeden Lügner und enttarnen alle Verräter. Sie zeigen aber auch das, was man nicht erwartet.
    Du suchst vergeblich das Licht im dichten Nebel der Nacht? Diese Zeilen sind letztlich das Letzte, an das man hätte je gedacht.

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    1. Danke für deine Worte! Ich finde es auch ziemlich schade, dass es vorbei ist, aber so ist das eben mit Schulchören und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich wäre nicht genau so gespannt auf das, was jetzt kommt. Ich wette, du hast so oder so noch ein paar schöne Jahre vor dir, wenn die Männer sich dann wieder rappeln! Die Frauenstimmen verkraften unseren Abgang bestimmt ganz gut.

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  17. Immer dieses Obst, das hat es ja echt in sich :D
    ich fühle mich irgendwie ein bisschen in den Zeilen angesprochen, weil ich ebenfalls in zwei Chören singe. Der eine ist Teil unserer Schule, der liebe Kammerchor mit einem genialen Chorleiter :) und in der Jugendkantorei. Und ich bin echt auch stolz, Mitglied in so einer Gruppe zu sein, weil es einfach eine tolle Erfahrung ist, zusammen auf der Bühne zu stehen und zu singen (und bei den Namen bin ich noch viel schlechter als du). Auf einer Konzertreise war ich bisher noch nicht, aber was ihr so alles erlebt habt, klingt echt richtig cool! (auch tolle Bilder! Beim eins, zwei, drei vier .. ach was, sagen wir beim fünften Bild von unten mit den Beinen im Fahrradkorb hab ich mich erst ein bisschen erschreckt :D) Ich habe eine Freundin, die ein wahnsinniger Amsterdamfan ist, ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so richtig, was ich von der Stadt so halten soll, vielleicht sollte ich sie mir einfach mal anschauen :)
    Dein Text klingt wahnsinnig toll, nach ein paar erlebnisreichen Tagen, die du vielleicht noch ein bisschen verarbeitest. Man spürt die leichte Melancholie, die mitschwingt, aber das ist ja auch normal. Ich fürchte mich echt jetzt schon vor den vielen Abschieden, die kommen, wenn man dann endlich (hoffentlich) das Abi in der Tasche hat und ein neuer Abschnitt beginnt. Aber ich bin sicher du findest wieder einen Chor :)

    Ich wünsche dir eine tolle Woche, viel Spaß beim drei-Bücher-gleichzeitig-lesen (etwas, das ich früher oft, in letzter Zeit aus Mangel an Lesestoff aber gar nicht mehr mache) und auch sonst. Singen ist etwas Tolles!

    Alles Liebe,
    Cho

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    1. Vitamine hat's in sich, liebe Cho! :D
      "Genialer Chorleiter" ist das Wichtigste - wir hätten nicht halb so viel Spaß, wenn da vorne nicht meine absolute Lieblingslehrerin stehen würde, die inzwischen viel mehr ist als eine Lehrerin. Und es ist echt so toll, wenn man bei einem Lied den Abschlussakkord länger stehen lässt, er dann noch nachklingt und man sich denkt: das. war. geil. und die Leute lächeln und klatschen.
      Ich fand das so süß mit dem Fahrradkorb - und die Socken sind doch der Knaller, oder? Ringelsocken sind fantastisch! :D
      Ich kann's empfehlen - hat einfach seinen ganz eigenen Charme mit den Kanälen und weil es nicht so eine Riesen-Metropole ist.
      Danke auf jeden Fall! :) Ich bin noch am Überlegen, aber ich schaue mir bestimmt mal den Uni-Chor an und entscheide mich, wenn ich mich eingelebt habe. Ich wünsch dir zumindest viel Glück und dass die Abschiede nicht so schwer fallen, wenn du neue Pläne in Aussicht hast.

      Seit ich in der Bibliothek bin und regelmäßig Zeit habe, hinzugehen, nebenbei Bücher nochmal lese und Mamas Romane plündere, ist alles wieder gut mit parallel lesen. :D

      "Singen ist was Tolles" - absolut! <3

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  18. Das müssen aber tolle und lustige Tage gewesen sein, bekommt man echt gute Laune ❤
    Ich geh diesen Sommer auch nach Amsterdam, werde dann mal Ausschau nach second Hand shops halten und nach einem halb unterirdischen Café zum roibusch zu verschütten.
    Warum nur ein Buch lesen wenn man drei gute hat? Vielleicht kommt man ab und zu mal durcheinander aber egal :D
    Alles gute,
    Jone

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    1. ach und was ich noch fragen wollte, wo ist denn diese wahsinns schöne Bibliothek? Ich muss da hin ♥

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    2. Oh ja, das waren sie. Anstrengend und fabelhaft.
      Viel Spaß und viel Glück beim Suchen! Ich glaube, wir waren meistens ziemlich im Zentrum, ein bisschen westlich an der Keizersgracht - aber genau weiß ich es nicht, mein Orientierungssinn lässt zu wünschen übrig, das überlasse ich immer den anderen. :D Und ein bisschen heißer Tee auf dem Pullover ist echt genau das Richtige für kühle, windige Tage!
      Wirklich, drei sind gut. Eins für's Bett, eins für's Wohnzimmer, eins zum Mitnehmen. Ist doch blöd, wenn man ein Buch die ganze Zeit mit sich rumschleppen muss, wer macht denn sowas? ^^

      Wir haben die Bibliothek vom Rijksmuseum aus gesehen, da konnte man von den Ausstellungsräumen aus auf so eine Empore und unten hatte man die arbeitenden Studenten im Blick. Also leider nur ein kleine Besichtigung, kein Stöbern - war trotzdem wunderschön.

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