Sonntag, 21. Februar 2016

Klarheit. Ein bisschen.


Zögerliche Konjunktive kann ich gut. Ich bin eine optimistisch Realistin, die manchmal bewusst ihre Hoffnungen niedrig hält, um nicht enttäuscht zu werden.
Und dann lag am Mittwoch da plötzlich ein großer Umschlag im Briefkasten, mein Name darauf, und ich hüpfe durchs Treppenhaus, nehme die sinnloseste Sprachnachricht meines Lebens auf, die eigentlich nur aus ungläubigen Oh Gott!s und deplatzierten Kraftausdrücke besteht, weil sonst keine passenden Worte durch meinen Kopf schwirren, und zwischendurch noch kurz »Ich wurde angenommen!«



Tja. Also doch. Auch wenn ich das, ganz rational gesehen, wirklich nicht erwartet habe, nur gehofft im hintersten Winkel, verdrängt, um es mir nicht unnötig schwer zu machen, wenn ich eine Absage bekomme. Kurz und gut: ich hab das Auswahlseminar wohl doch nicht komplett versemmelt und hab's in die Studienstiftung geschafft.

Ich dachte, wenn ich im letzten Post schon Rätselraten mit mir selbst und euch gespielt habe, dann kann ich das jetzt auch erzählen. Und überhaupt erzähle ich heute mal wieder ein bisschen von mir, so wenig kryptisch wie möglich, weil ich wieder Fragen bekommen habe – genau, unser Lieblings-Blogger-Award, den ihr eh alle kennt, weil ihm niemand entgeht und an dessen Regeln ich mich sowieso nie halte.
In letzter Zeit verstricke ich mich so sehr in Andeutungen, da kann ein bisschen Klarheit wohl gar nicht schaden. Ich bin jetzt also übrigens mit dem ersten Semester durch, falls ich nicht gerade im April Prüfungen nachschreiben muss, ich singe endlich wieder in einem Chor und das Leben ist schön. So.




Jetzt die Fragen. Ich glaube, 22 sind vielleicht doch ein bisschen viel, das liest eh niemand und obwohl dieser Blog natürlich auch ein fabelhaftes Mittel der Selbstreflexion ist und ... jaja. Ich suche mir einfach mal welche raus, die ich mag.

1) Wann hast du deine Seite/deinen Blog erstellt und welches Ziel verfolgst du damit?
Wie war das mit Selbstreflexion?
Ja gut, wahrscheinlich zählt das auch mit rein, aber was ich am schönsten finde, ist das Gefühl, Menschen zu inspirieren. Zu neuen Gedanken und Ideen und Träumen.
Und ich bin mir der Tatsache bewusst, dass dieser Post wohl eher weniger inspirierend ist, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

2) Liest du gerne oder schaust du lieber Filme?
Ich bin ein absolut furchtbarer Filmschauer, ich weiß auch nach fünf Monaten noch nicht, wie hier der Fernseher angeht. Ich hab auch nie versucht, es herauszufinden, alleine Filme schauen bedeutet, dass ich dauernd zwischendurch pausiere oder nebenbei Candy Crush spiele. Deswegen gehe ich immer zu Filmabenden von der Englisch-Fachschaft, zu vielt ist's lustiger.
Was ich sagen wollte: Ich lese.

4) Was macht DICH besonders?
Das frage ich mich auch, seit ich diese Zusage bekommen habe ... vielleicht, dass ich zwischen Uni und Deutscher Oper wie ein Kind durch den Schnee hüpfe, bei meinen pastellfarbenen Kleidern bleibe und dazu stehe. Obwohl ich glaube, dass es einige solcher Menschen gibt und ich bin froh darüber.
Oder das hier. Meine Worte. Worte sind einzigartig.

8) Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?
Zählt »noch viel mehr Wünsche«? »Wenigstens einen pro Tag«?

9) Glaubst du an Geister?
Nicht so sehr wie an Elfen.

11) Was möchtest du in deinem Leben erreichen?
Das ist einfach: glücklich sein. Das ist so viel mehr, als man von zwei Worten erwartet und es reicht.

3) Wenn du die Möglichkeit hättest, an einen Punkt deines Lebens zurück zu kehren um etwas zu ändern, würdest du es tun?
Nein. Ich will nicht durcheinander bringen, was sowieso schon ein einziges Chaos ist, am Ende mache ich was kaputt und die Gegenwart ändert sich und … nein.

4) Dein Lebensmotto oder Lieblingszitat?
Not all those who wander are lost. – Tolkien.

6) Wann bist du wirklich glücklich und zufrieden?
Gerade jetzt zum Beispiel. Allein in meinem Zimmer, satt, schöne Musik, ich kann draußen die Sterne erahnen. Wenn ich mit Freunden lache. Oder Mails lese und die Menschen am U-Bahn-Gleis gar nicht mehr wahrnehme und lächeln muss.

7) Welche Eigenschaften faszinieren dich an anderen Menschen am meisten?
Selbstlosigkeit, Einfühlungsvermögen, bescheidene Intelligenz, die Fähigkeit, das Leben zu leben und zufrieden zu sein.

9) Die erste bemannte Marsmission steht an und du kannst dabei sein...du hast viel zu verlieren aber kannst in die Geschichte eingehen. Wärst du dabei?
Nö. Ob die Leute in 200 Jahren noch über mich reden, ist mir schnuppe, aber ich will, dass sie jetzt mit mir reden und da es auf dieser Erde zufälligerweise 7,4 Milliarden Menschen gibt und auf dem Mars wohl eher nicht so viele, funktioniert das besser, wenn ich hierbleibe.

11) Mit welchen drei Worten würdest du dich selbst beschreiben?
Träumerin, neugierig, leben.

Und sehr bestrebt, möglichst viele Wortarten unterzubringen, offensichtlich.

Rebellische Durchnummerierung, ich weiß. Sechs von Isa, sechs von Silver, danke, ihr beiden!
Auch wenn ich nicht weiß, ob das jetzt sonderlich lehrreich war, aber immerhin ist es ein Blick hinter die Kulissen der Metaphernwelt, durch die ich sonst immer wandele.
Und eigentlich habe ich für diesen Post auch gar nicht viel mehr zu sagen als: Ich wünsche euch noch einen entspannten Sonntag und eine fabelhafte Woche!





Kommentare:

  1. ohh wie schön! gratulation zur aufnahme :)
    und das hört sich alles ganz fabelhaft an wie dein leben gerade läuft. freut mich sehr! :)

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  2. Liebes Stipendiumkind,
    einen herzlichen Glückwunsch auch noch mal an dieser Stelle!
    Mal wieder sehr schöne Bilder, da ist er, der Kuschelponcho (Geister scheiden sich daran ob es nun 'Poncho' oder 'Ponscho' oder gar 'Ponko' ausgesprochen wird^^)
    Interessante Fragen(vor allem die letzten sechs(haha,nein natürlich nicht) und ebenso schöne wie interessante und durch und durch Märchenmäßige Antworten:)
    Das mit dem Wunsch, das ist die einzig mögliche und logischste Antwort, die es auf diese Frage gibt. Noch mehr Wünsche.
    Ich wünsche dir auch einen entspannten Sonntag, im Park, im Metapherwald oder im Poncho^^
    Bis bald,
    Silver<♣

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    1. Ich wollte erst deinen anderen Kommentar beantworten und dann fiel mir auf, dass ich hier noch nicht geantwortet habe und ... ja. Jetzt bin ich hier. Hab ich wirklich eine ganze lange Weile lang verpennt.
      Und nochmal: danke! Wie immer halt.
      Hm, ich wäre bei Ponscho, Ponko ist natürlich auch interessant, so würde ich vielleicht ein Schweinchen nennen ... oder einen mittelniedlichen schwarzen Hund.
      Vor allem die, natürlich. :D Naja, ich meine, man muss ja ökonomisch denken.
      Und ich wünsche dir einen ... netten Mittwochabend. Mindestens mit Kuscheldecke im Silbergeglitzer!

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  3. Hey klasse, Glückwunsch! Freue mich sehr für dich und danke für die wunderschönen Bilder. Elfengleich.

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  4. Herzlichen Glückwunsch auch von mir :) Schöne Fragen hast du dir rausgesucht. Das Zitat von Tolkien gefällt mir total! Ist das aus einem seiner Bücher oder hat er das einfach so mal gesagt?
    Du würdest in der Vergangenheit also nichts ändern? ;) Also ich vielleicht schon, ich weiß nicht. Wobei die Gefahr, dass die Zukunft sich ändert natürlich groß ist. Also grundlegend verändert, meine ich .. Aber dieses "was wäre wenn" ist halt schon ne spannende Frage.
    Tolle Bilder hast du wieder gemacht! Bei Bild 8 und 10 sieht es auf den ersten Blick aus, als ob du einen schulterlangen Bob hättest, nebenbei bemerkt :D

    Liebe Grüße,
    Cho

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    1. Das Zitat ist aus Bilbos Gedicht über Aragorn, in "Die Gefährten". Vielleicht lasse ich mir das irgendwann mal auf die Haut malen, mal sehen.
      Natürlich, so auf Anhieb fiele mir gerade auch so ein Detail ein, dass ich ändern würde, aber meine Güte, ist jetzt so passiert und was soll's. So passiert halt das Leben. Obwohl du Recht hast, interessant wäre es.
      Stimmt, sieht auch nett aus. :D Eigentlich mochte ich kurze Haare bei mir sogar, aber jetzt werden die erst mal lang.

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    2. Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie viel Eindruck sie auf andere machen. Ich war einmal überrascht, als die Mutter einer Bekannten schon total viel von mir gehört hatte.

      Ich muss an eine Passage aus dem Buch "Das Mädchen in der Glaskugel" denken, in dem es sinngemäß heißt, dass Künstler oft hin und hergerissen sind, zwischen übermütigen Stolz auf sich selbst und tiefster Demut und Selbstzweifel, mal vollkommen überzeugt und dann wieder voller Furcht vor Kritik.

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    3. Das kann manchmal wirklich krass sein, aber eigentlich ist es ja am besten, wenn man sich richtig kennen lernt.
      Das klingt nach etwas, was ich unterschreiben würde. Und das Buch hat was, vielleicht laufe ich ja demnächst in der Buchhandlung mal dran vorbei.

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